Die natürliche Geburt – wie geht sie vonstatten?

Wenn die Wehen in regelmäßigen Abständen auftreten, sollte sich die werdende Mutter in das gewählte Krankenhaus begeben. Weitere Zeichen für eine baldige Entbindung sind der Abgang des Schleimpfropfes, Verlieren von Blut und das Platzen der Fruchtblase.

Im Krankenhaus angekommen, wird nach der Anmeldung eine CTG- Kontrolle durchgeführt, das bedeutet, dass die Herztöne des Kindes und der zeitliche Abstand der Wehen gemessen werden. Es folgen ein Urintest, das Messen des Blutdrucks, eine gynäkologische Kontrolle und eine Ultraschall- Untersuchung, um die Lage des Kindes zu festzustellen.

Treten die Wehen etwa alle drei bis sechs Minuten auf, beginnt die Eröffnungsphase, während der sich der Muttermund öffnet. Bei Erstgebärenden dauert diese Phase im Durchschnitt zwischen zehn und zwölf Stunden, bei Mehrgebärenden nur noch bis zu etwa acht Stunden. In der Eröffnungsperiode kommt es in den meisten Fällen zum Platzen der Fruchtblase.

Die Eröffnungswehen können für einige Frauen sehr schmerzhaft sein, andere empfinden diese als nicht allzu schlimm. Im Vorteil sind häufig Frauen, die schon Geburtsvorbereitungskurse besucht und somit einige Atemtechniken und Entspannungsübungen gelernt haben. Auch Akupunktur, Musik, Massagen oder Homöopathische Mittel können die Schmerzen mildern, sofern sich die Frau mit diesen Mitteln besser entspannen kann.

Ist die Eröffnungsphase beendet, beginnt die Austreibungsphase, die eigentliche Geburt des Kindes. Dies geschieht, wenn sich der Muttermund vollständig geöffnet hat. Wenn das Köpfchen des Babys bis zum Beckenboden gesenkt ist, beginnt die Schwangere unter Anleitung zu pressen. Die Gebärende verspürt während dieser Phase Presswehen, die durch Druck auf den Enddarm ausgelöst werden. Helfend beim Pressvorgang ist für die Frau am besten kurzes, flaches Atmen.

Haben die Presswehen eingesetzt, dauert es für Erstgebärende durchschnittlich zwischen dreißig und vierzig Minuten, bis das Kind geboren wird. Bei Mehrgebärenden verringert sich diese Phase auf etwa zwanzig bis dreißig Minuten.

Unter Anleitung der Hebamme kann es dann zum Austreten des Köpfchens kommen. Dafür werden am besten die Beine angewinkelt, um möglichst viel Platz zu schaffen. Bei der Geburt des Kopfes kann bei der Frau ein Dammschnitt nötig sein, wenn der Damm durch den Umfang des Kopfes zu stark gedehnt wird und zu reißen droht.

Während der Geburt kann es bei der Frau zum gleichzeitigen Stuhlgang kommen. Um das zu vermeiden, wird vor der Geburt ein Einlauf empfohlen, um den Darm vollständig zu entleeren. Damit der Geburtsweg geschützt und nicht verunreinigt wird, wird über dem After ein kleines Läppchen angebracht.

Ist das Köpfchen ausgetreten, dreht die Hebamme das Kind, damit auch der Rest des Körpers ungehindert geboren werden kann. Das dauert meist nur wenige Minuten.

Direkt nach dem Austreten des Kindes wird es der Mutter auf den Bauch gelegt. Danach wird die Nabelschnur durchtrennt.

Nach der Geburt

Erscheint das Baby gesund, kann es bei der Mutter bleiben. Dann wird das Kind untersucht, Bewegung, Reflexe, Atmung und Herzfrequenz werden kontrolliert und der gesamte Gesundheitszustand festgestellt. Danach wird das Baby gesäubert und bekommt warme Kleidung, wird vermessen und gewogen.

Währenddessen sollte sich der Mutterkuchen aus dem Mutterleib lösen. Hierzu kann ein körpereigenes Hormon namens Oxytocin verabreicht werden, welches diesen Vorgang unterstützt. Der Mutterkuchen oder auch umgangssprachlich Nachgeburt genannt, kann dann im Normalfall durch ein leichtes Ziehen an der Nabelschnur entfernt werden. Daraufhin wird die Gebärmutter untersucht. Sollte diese nach der Geburt unvollständig sein, kann eine Küretage, eine Abschabung, nötig sein, die dann unter einer kurzen Narkose durchgeführt wird.

Ist es während der Geburt zu einem Dammriss gekommen oder war ein Dammschnitt nötig, wird dieser jetzt unter örtlicher Betäubung vernäht.

Mutter und Kind wechseln nun in ein neues Bett und haben Zeit, sich kennen zu lernen. Während der ersten zwei Stunden bleibt die Familie noch im Kreissaal, damit eine dauerhafte Kontrolle der Mutter und des Babys stattfinden kann. Die Mutter kann nun auch das erste Mal ihr Kind stillen.

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